Worauf du beim Kauf einer Nähmaschine achten solltest

05.04.2019

Du hast dich entschieden, mit dem Nähen zu beginnen und möchtest dir eine Nähmaschine kaufen? Dann wirst du schnell bemerken, dass es nicht die Nähmaschine gibt, sondern du erst herausfinden musst, welches deine Nähmaschine ist. Dieser Artikel soll dir bei der Entscheidung helfen. Es gibt einige grundlegende Entscheidungen zu treffen, bevor du loslegen kannst.

Näh-Einsteiger oder Näh-Profi?

Wie bei jedem Kauf musst du als erstes dein Portemonnaie überblicken. Du bekommst für unter 100 € eine Nähmaschine bei einigen Discountern. Auch ich selbst habe mit so einer Maschine die ersten Stiche gemacht, mich nach einem Jahr aber dafür entschieden, in ein besseres, aber dafür auch teureres Gerät zu investieren. Wenn du dir noch nicht sicher bist, ob Nähen wirklich ein ernstes Hobby wird, könnte sich ein Einsteigergerät also anbieten. Wenn du dir aber sicher bist, dass du viel und intensiv nähen möchtest, würde ich dir ein hochwertigeres Modell empfehlen. Bei diesen Modellen hast du nicht nur eine größere Programmauswahl, sondern auch eine bessere Verarbeitung.

Singer Nähmaschine, Pfaff-Nähmaschine oder Brother-Nähmaschine?

Das mit den besten Marken ist immer so eine Sache. Oftmals ist die Wahl der Nähmaschine reine Geschmackssache. Die führenden Anbieter sind in so einem starken Wettbewerb, dass sich die Maschinen und Preise nicht groß unterscheiden. Wichtig für dich ist, dass du mit dem Kauf ein gutes Gefühl hast und die entsprechende Maschine vorher vielleicht mal ausprobiert hast. Meine Oma zum Beispiel schwört auf Singer. Andere Bekannte sagten mir, dass Pfaff das Non-Plus-Ultra sei und wieder andere wollten mich von Brother-Nähmaschinen überzeugen. Als wenn das nicht reichen würde, las ich letztens einen Testbericht, laut dem die Maschinen von Toyota, Carina und von W6 mit Abstand die besten seien. Also gehe raus, probiere aus und kaufen dann mit einem guten Gefühl ein.

Overlock-Nähmaschine oder nicht?

Wenn ich in Näh-Kursen bin oder mich mit meinen näh-begeisterten Freundinnen unterhalte, habe ich oft das Gefühl, eine Overlock muss jetzt jeder haben. Für alle, die sich jetzt fragen, was eine Overlock-Nähmaschine überhaupt ist:

Es ist eine spezielle Nähmaschine, die drei Arbeitsschritte gleichzeitig erledigen kann:

  1. Stoffe nähen
  2. Nähte versäubern
  3. Überflüssige Nahtzugaben entfernen

Das spart ungeheuer Zeit und hilft dir bei der Herstellung professioneller Produkte. Die Overlock-Maschine kommt traditionell aus der industriellen Kleiderfertigung und wurde für diese Ansprüche konstruiert.

Eine Overlock-Nähmaschine ist aber kein Allheilmittel, denn wichtig ist auch, was sie nicht kann.

  1. Knopflöcher nähen
  2. Heften
  3. Stopfen
  4. Taschen annähen
  5. Ecken und Kurven nur erschwert möglich
  6. Einnähen von Reißverschlüssen nur erschwert möglich

Eine Overlock-Maschine ist deshalb eine Erweiterung zu einer schon vorhandenen Nähmaschine aber kein Ersatz.

Meine persönlichen Top 5 Kaufkriterien

Ich hatte oben schon erwähnt, dass es ungeheuer schwierig ist, eine rationale Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Maschine zu treffen. Eine gründliche Recherche ist Pflicht, wenn du deine Nähmaschine finden möchtest. Ich möchte dir hier meine persönlichen TOP 5 Kriterien vorstellen, die letztendlich für meine Entscheidung gesorgt haben.

1. Programmauswahl

Die meisten Maschinen auf dem Markt verfügen über etliche Programme, die für jede erdenkliche Situation den richtigen Stich bereithalten. Mich hat meine Maschine überzeugt, weil sie eine Zusatzfunktion bietet, die individuell programmierbare Stickereien möglich macht. Überlege also gut, was du von deiner Maschine erwartest und was sie können muss, bevor du kaufst.

2. Der Preis

Die Spanne bei Nähmaschinen ist sehr groß. Angefangen bei unter 100 Euro, kannst du auch mehrere Tausend Euro in eine neue Nähmaschine investieren. Du musst wissen, wie viel du für dein Hobby ausgeben möchtest. Erwarte aber für wenig Geld nicht viel Leistung. Du kannst Glück haben, aber wenn du mehr Geld in die Hand nimmst, wird sich das meiner Erfahrung nach auszahlen.

3. Transporteur

Der Transporteur sorgt dafür, dass du nicht auf der Stelle nähst. Er transportiert den Stoff möglichst zuverlässig unter der Nadel her, sodass du sauber nähen kannst. Bei Nähmaschinen, besonders im preiswerten Bereich, kann der Transporteur unzuverlässig sein. Das ruiniert nicht nur dein Stoff und dein geplantes Näh-Produkt, sondern auch deine Laune.

4. Rezension anderer

Das Internet bietet heute viele Möglichkeiten, warum solltest du sie also nicht nutzen? Auf Bewertungsportalen und in Foren kannst du einen Eindruck gewinnen, welche Nähmaschine besonders empfohlen wird. Eine offline-Rezension ist auch die Meinung der Verkäuferin und der Kursleiterin, falls du einen Nähkurs besuchst.

5. Der Greifer

Weil meine persönlichen Ratschläge nicht alles sind und ich im oberen Punkt auf die Meinung anderer hingewiesen habe, möchte den fünften Punkt von Nähmaschinencheck übernehmen. Dort wird die Qualität des Greifers als Kaufkriterium genannt. Doch was ist ein Greifer überhaupt?

Der Greifer führt Unter- und Oberfaden zusammen und ist somit für das Nähen verantwortlich. Um es also mit den Worten von Nähmaschinencheck zu sagen:

„So ein Greifer ist also ein sehr wichtiges Bauteil bei einer Nähmaschine. Deshalb solltest du beim Kauf einer Nähmaschine auf das Greifersystem achten.“

Fazit

Ich hoffe, dir ein wenig durch den Dschungel der Nähmaschinen geholfen zu haben. Wenn du erwartet hast, dass ich dir ein bestimmtes Modell vorschlage, wirst du nun enttäuscht sein. Aber weder möchte ich hier Produktwerbung betreiben, noch glaube ich, dass es die Maschine gibt. Ich hoffe aber, dir dabei geholfen zu haben, herauszufinden, wie du deine richtige Nähmaschine findest. Am Schluss noch mal ein Tipp: Bucht einen Nähkurs über Fadenkreise.de und probiert verschiedene Maschinen aus. Tauscht euch aus, fragt Experten. So werdet ihr garantiert eure Nähmaschine finden